Elementarschaden Pflicht: Was Hausbesitzer jetzt wissen sollten

· ca. 5 Min. Lesezeit · Christian Hausherr

Eine Elementarschaden Pflicht, also eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser und Starkregen, gibt es noch nicht. Sie rückt aber näher. Am 21. Oktober 2026 haben Justizministerin Stefanie Hubig und Finanzminister Lars Klingbeil Eckpunkte vorgelegt: Neue Wohngebäudeversicherungen sollen Elementarschäden künftig automatisch einschließen, bestehende Verträge werden nachgezogen. Einen Gesetzentwurf erwartet das Justizministerium frühestens im ersten Quartal 2027. Ich zeige dir, was geplant ist, was der Schutz kostet und warum du nicht auf das Gesetz warten musst.

Was ist eine Elementarschadenversicherung?

Deine Wohngebäudeversicherung zahlt bei Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Schäden durch weitere Naturgefahren sind darin nicht automatisch enthalten: Überschwemmung nach Starkregen oder Hochwasser, Rückstau aus der Kanalisation, Erdrutsch, Erdsenkung, Erdbeben, Schneedruck und Lawinen. Dafür brauchst du den Zusatzbaustein Elementarschäden. Den gibt es in der Regel nicht einzeln, sondern nur zusammen mit einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung.

Laut Gesamtverband der Versicherer (GDV) sind bundesweit rund 59 Prozent der Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert. Anders gesagt: Etwa zwei von fünf Häusern stehen bei einem Unwetter ohne diesen Schutz da. Starkregen kann dabei jedes Haus treffen, nicht nur das am Fluss.

Kurz gesagt: Beschlossen ist noch nichts. Geplant ist, dass neue Wohngebäudeversicherungen Elementarschutz automatisch enthalten und alte Verträge innerhalb eines Jahres nachgezogen werden. Ob du heute schon geschützt bist, siehst du in deinem Versicherungsschein. Der Blick lohnt sich jetzt.

Was steht in den Eckpunkten der Bundesregierung?

Die Bundesregierung setzt nicht auf eine klassische Abschlusspflicht, sondern auf Elementarschutz als Standard. Eine Pflicht, überhaupt eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen, ist nicht vorgesehen. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Neue Verträge: Elementarschutz inklusiveWer eine Wohngebäudeversicherung neu abschließt, bekommt Überschwemmung, Starkregen und die anderen Naturgefahren automatisch mitversichert.
  • Bestehende Verträge: Angebot und ÜbergangsjahrVersicherer sollen Kunden ohne Elementarschutz innerhalb eines Jahres ein Angebot machen. Reagierst du nicht, wird der Schutz nach einem Jahr automatisch ergänzt.
  • Selbstbehalt: höchstens 20.000 EuroIm Standardschutz trägst du pro Schaden höchstens 10 Prozent der Versicherungssumme selbst, maximal 20.000 Euro.
  • Abwählen nur mit MindestschutzGeprüft wird, dass du den vollen Schutz abwählen kannst. Dann bliebe eine günstigere Mindestversicherung mit bis zu 50 Prozent Selbstbehalt, höchstens 100.000 Euro. Wer sie wählt, könnte nach einer Katastrophe von staatlichen Hilfen ausgeschlossen sein.

Länder und Verbände können bis zum 2. Dezember 2026 Stellung nehmen. Bis ein Gesetz in Kraft tritt, kann sich also noch einiges ändern.

Was kostet eine Elementarschadenversicherung?

Das hängt vor allem davon ab, wo dein Haus steht. Versicherer ordnen jede Adresse einer Gefährdungsklasse für Überschwemmung zu, das System heißt ZÜRS. Dazu kommen Wert, Größe und Bauweise des Gebäudes. Für ein typisches Einfamilienhaus nennt die Fachpresse eine Spanne von rund 100 bis 1.500 Euro im Jahr.

Bisher kann ein Versicherer den Schutz in stark gefährdeten Lagen ablehnen oder deutlich verteuern, etwa nach früheren Wasserschäden. Genau hier setzen die Eckpunkte an. Wie sich die Beiträge mit der neuen Regel entwickeln, ist noch offen. Die Bundesregierung fordert die Versicherer zu fairen Preisen auf.

Was bedeutet die Elementarschaden Pflicht für Mieter?

Als Mieter versicherst du das Gebäude nicht selbst, das macht dein Vermieter. Er darf die Kosten heute über die Nebenkosten umlegen, die Betriebskostenverordnung nennt die Versicherung gegen Elementarschäden sogar ausdrücklich. Die Ministerien prüfen, ob diese Umlage künftig gesetzlich ausgeschlossen werden kann. Entschieden ist das noch nicht.

Für deine eigenen Sachen ist die Hausratversicherung zuständig. Die Eckpunkte betreffen nur die Wohngebäudeversicherung, beim Hausrat bleibt Elementarschutz ein freiwilliger Baustein. Wohnst du im Erdgeschoss oder lagerst du Wertvolles im Keller, lohnt sich ein Blick in deinen Vertrag.

Soll ich jetzt handeln oder auf das Gesetz warten?

Mein klarer Tipp: nicht warten. Bis ein Gesetz gilt und alle Verträge umgestellt sind, vergeht noch Zeit, und ein Starkregen hält sich an keinen Zeitplan. Wer heute Elementarschutz hat, hat schon genau das, was die Politik zum Standard machen will. Und wer ihn jetzt in einer guten Lage abschließt, sichert sich den Schutz, bevor eventuell neue Schäden in der Region die Einstufung verändern.

So prüfst du deinen Schutz in 4 Schritten

1Versicherungsschein suchen: Schau in deiner Wohngebäudeversicherung nach, ob „Elementarschäden“ oder „weitere Naturgefahren“ mitversichert sind.
2Gefahren und Selbstbehalt prüfen: Sind Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch und Erdsenkung dabei? Und wie hoch ist dein Selbstbehalt pro Schaden?
3Rückstau sichern: Viele Verträge verlangen eine funktionierende Rückstausicherung in gefährdeten Räumen. Fehlt sie, kann der Schutz bei Rückstau entfallen.
4Hausrat nicht vergessen: Für Möbel, Technik und Sachen im Keller brauchst du den Elementarbaustein in der Hausratversicherung.

Hinweis: Stand 27. Oktober 2026. Die Eckpunkte sind ein Diskussionsvorschlag der Bundesregierung, ein Gesetz gibt es noch nicht. Einzelheiten können sich bis zum Gesetzentwurf ändern. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.

Mein Fazit

Die geplante Regel ist eine gute Nachricht: Mehr Häuser werden gegen Naturgefahren abgesichert, und Eigentümer stehen nach einem Unwetter seltener vor dem Nichts. Auf die Politik musst du dafür nicht warten. Ein kurzer Blick in deinen Vertrag zeigt dir, ob du schon geschützt bist. Wenn nicht, lässt sich das heute schon regeln.

Als ungebundener Versicherungsmakler in Mannheim prüfe ich mit dir Wohngebäude und Hausrat und vergleiche den Elementarschutz über viele Versicherer. Einen Überblick, wobei ich dich unterstütze, findest du auf meiner Seite Leistungen. Und falls doch einmal Wasser im Keller steht, kommst du über die Schadenmeldung schnell zu mir.

Quellen

Christian Hausherr, Finanzberater in Mannheim

Christian Hausherr

Finanzberater & Geschäftsführer, Hausherr Finanzberatung, Mannheim
Versicherungsmakler nach § 34d GewO (Reg.-Nr. D-MK3V-WL06S-78) und Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO (Reg.-Nr. D-F-153-JKRQ-46), IHK Rhein-Neckar. Vermittlerregister

Persönliche Beratung

Ist dein Zuhause gegen Starkregen geschützt?

In einem kostenlosen 60-Minuten-Gespräch prüfen wir gemeinsam deine Wohngebäude- und Hausratversicherung und schauen, ob dein Elementarschutz passt.

Kostenlosen Termin buchen →

Häufige Fragen

Fragen zur Elementarschaden Pflicht

Die wichtigsten Antworten kurz erklärt. Deine Frage fehlt? Schreib mir einfach per WhatsApp.

Gibt es eine Pflicht zur Elementarschadenversicherung?

Noch nicht. Am 21. Oktober 2026 hat die Bundesregierung Eckpunkte vorgelegt. Danach sollen neue Wohngebäudeversicherungen Elementarschutz automatisch enthalten. Einen Gesetzentwurf erwartet das Justizministerium frühestens im ersten Quartal 2027.

Was passiert mit meinem bestehenden Vertrag?

Geplant ist, dass dein Versicherer dir ein Angebot macht. Reagierst du innerhalb eines Jahres nicht, wird der Elementarschutz automatisch ergänzt. Abwählen sollst du ihn nur zugunsten einer Mindestversicherung können.

Wie hoch ist der Selbstbehalt?

Im geplanten Standardschutz höchstens 10 Prozent der Versicherungssumme, maximal 20.000 Euro pro Schaden. In der günstigeren Mindestversicherung bis zu 50 Prozent, maximal 100.000 Euro.

Zahle ich als Mieter mit?

Dein Vermieter darf die Kosten der Gebäudeversicherung samt Elementarschutz heute über die Nebenkosten umlegen. Ob das künftig ausgeschlossen wird, prüft die Bundesregierung noch. Deine eigenen Sachen sicherst du über die Hausratversicherung ab.